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art talk…

Pop is honest and so am I

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Seit mindestens fünfzig Jahren beschäftigt man sich schon mit der Frage der Kunst für die breite Masse, „populärer Kunst“, einer Richtung, die sich mittlerweile als Pop-Art etabliert hat. Sie beruht auf dem Gebrauch von Produkten, die in der Konsumwelt allgegenwärtig sind. Dieser Weg lässt sich freilich auch in umgekehrter Richtung beschreiten, indem man Objekte schafft, die infolge ihrer medialen Allgegenwart schliesslich zu einer Ikone, einer „Celebrity“ werden.

Fabian Chiquet, auch als Musiker der Gruppe „The Bianca Story“ bekannt, erkennt das Phänomen und thematisiert es in seiner letzten Ausstellung, die zurzeit  in der Galerie Claudia Groeflin in dem weniger schönen Quartier Kreis 4 zu sehen ist.

Die Ausstellung besteht aus Kollagebildern, aus der Kombination von Schrift und Illustration mit Spray, Acrylfarben und Bleistift und einer, wie ich meine Zusammenfassung der Aussagen des Künstlers über diese Werke in Form einer Videovorführung im unteren Stock.

Das Video, das aus Szenen verschiedener Künstler wie Chris Cocker und Lady Gaga besteht, zeigt Ausschnitte aus verschiedenen Aufführungen derselben. Die Stimme des Künstlers (?), die das ganze Video untermalt, erklärt, was seine Gedanken und Vorstellungen von Erfolg beim Volk sind. Er zählt vier Wege auf, wie ein Künstler sich im Geist des Volkes einnisten kann. Bei diesen Wegen geht es nicht etwa um eine Orientierung darüber, von welchem Niveau das Kunstwerk bzw. die Musik sein soll, sondern es geht darum, wie ein Künstler sich durch Selbstinszenierung populär machen kann. Das Kunstwerk und dessen Botschaft bleiben dabei unerwähnt. Wie ein Künstler bzw. die „icon“, als die er auftritt, aussieht, auf welche Art seine Musik aufgeführt wird, wie er auf der Bühne wahrgenommen wird und wie die effektive Aufführung ist, sind die Wege, die ein Künstler bis zum Erfolg beschreiten muss.

Diese Botschaft durchzieht Chiquets Bilder, die im ganzen oberen Raum aufgehängt sind, jede Kollage mit einer Botschaft, wie dieses berühmt Werden gelingen soll: „Speak their language“ oder „Do you want love or do you want fame?“.

Fabian Chiquet ist nicht der erste und bestimmt nicht der letzter Künstler, der dieses Thema anspricht. Es ist in der Tat eine versteckte Wahrheit, die jeden Künstler umtreibt. So ist der Titel der Ausstellung „Pop ist honest und so am I“ insofern eine ehrliche Aussage Chiquets, als er sich in seinem jungen Künstlerleben dieser Problematik, der er ausgesetzt ist, stellt.

Written by artbookep

December 13, 2009 at 2:28 pm

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Künstlerteliers der ZHdK

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Donnerstag, 19. November 2009

Besuch der Ateliers der ZHdK

Dass die Ateliers so weit von der Hochschule der Künste sind, habe ich nicht realisiert. Nachdem ich andere, die wie ich umherirrten, im Hof des Museums für Gestaltung getroffen habe, und erst nach dem Telefongespräch mit Marcel stellt sich heraus, dass die Ateliers an der Förlibuckstrasse liegen. Gut: Einige Gespräche über das Studium und die neu eintretende Studentenproteste füllt unsere gemeinsame Fahrt dorthin, und dann treffen wir uns mit Marcel und Kostas Manolakiis, ein Studierender der HdK, der uns durch die Ateliers führt.

Das Gebäude, Teil des Swisscom-Gebäudes, seine Gänge, der Lift und schliesslich die Ateliers selber sehen mehr wie für alle möglichen Büroalltagszwecke geschaffen aus als wie eine Stätte für Kunstschaffende. Vielleicht auch deshalb gibt es schon vor dem Eingang die erste Installation im Gang und eine andere weiter hinten im Gang, so dass zumindest eine obligate Grünpflanze auf am Teppichboden einem den Inhalt dieser Räumlichkeiten besser erahnen lässt.

Jeder Raum, der je nach Grösse unter zwei oder drei Studierende aufgeteilt wird, lässt doch jedem Künstler einen eigenen Raum zur Gestaltung der Werkstatt. Von Brettern, Leim, Nägeln bis Fotographien, Leim und Farbe ist auf diesen Flächen alles zu sehen. Die Künstler sind, soweit wir mitbekommen haben, in gemischten Disziplinen auf die Räumen verteilt. Von Studierenden des Designs bis Fine Arts und Performance sind viele nebeneinander am Arbeiten, obwohl wir an diesem Donnerstag Nachmittag/Abend nur selten Personen vor Ort am Arbeiten sehen. Entweder waren sie schon am Tag dort und machen jetzt Feierabend, oder sie beginnen, wie für die Branche üblich, erst in den ruhigen Nachstunden an.

Wir kommen zum Atelier eines Künstlers, der uns seine momentane Arbeit präsentiert und uns Bilder und „Töne“ seine Installation sehen und hören lässt. Er ist ein etablierter Künstler, der aber zwecks Austausches mit Mitstudierenden und Dozenten den Masterstudiengang angepackt hat und seine angestammte Tätigkeit in diesem Rahmen weiterführt. Er präsentiert uns seine „Schallinstallation“ anhand eines Bildes auf dem Bildschirm und lässt die Töne der Installation hören. Er zeigt sich glücklich darüber, dass seine Werke nicht nur einem Ausstellungspublikum zugänglich sind, sondern ein Mittel des wissenschaftlichen Diskurses werden.

Was dieser Ort für seine Nutzer auch immer bedeutet, es ist wichtig, dass man sich darin inspiriert fühlt. Es ist wie ein Gefühl, wo und wann man am besten eine gelungene Seminararbeit schreibt. Manchmal sind gewisse Orte in einer Bibliothek besonders einladend zum Arbeiten. Sind es die Lichtverhältnisse? Ist es die Ruhe und die Musse, die ein Ort ausstrahlt, oder ist es eine spontane subjektive Wahrnehmung? Jedenfalls kann ich mir vorstellen, dass diese paar wenigen Quadratmeter an kreativem Freiraum den Künstler bis in die Ausführungsphase des Kunstwerks den Künstler ansprechen sollten, damit er fähig ist, dort gelungene Werke zu schaffen.

Alles in allem ein tolles Angebot der ZhdK, den Künstlern eigene Werkateliers zur Verfügung zu stellen.

Written by artbookep

December 3, 2009 at 10:39 am

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The making of…

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Ausstellung "Umbildung im Bild" November 2009, Baselmeine Fotographieausstellung. Basel, November 2009

Es war der Tag, an dem ich die Früchte meiner Mühe und Arbeit während der letzten Monate ernten konnte. Die Tagung wird morgen, Freitag, 13. November eröffnet, die als Hauptthema den sozialen Wandel in Iran seit 1953 von verschiedenen Perspektiven beleuchten sollte. Parallel zur Tagung bin ich für die Organisation einer Fotographieausstellung zuständig. Die Ausstellung sollte das Thema der Tagung anhand von Fotographien aufgreifen oder gar begleiten. Ich machte für diese Arbeit einerseits eine Recherche in Pressearchiven und anderseits suchte ich Fotographen, die ihr Werk hier präsentieren konnten. Seit einem halben Jahr hatte ich eine ganze Menge dokumentarischer Pressebilder angeschaut und ebenfalls viele digitale Bilder aus dem Iran von den zeitgenossischen Künstlern kommen lassen, bis ich die endgültige Wahl getroffen hatte und die Bilder nach Konzept ordnete. Die Ausstellung sollte im Hauptgebäude der Universität Basel stattfinden, wo ich die Fotographien auf Stellwänden anbringen sollte. Dabei war mir durchaus bewusst, dass es sich bei dem Ort nicht um einen Ausstellungsraum handelte und somit viele Bedingungen nicht gegeben waren, welche für die Anleihe aus Museen nötig wären. Hauptsache war aber, dass die Bilder an einem Ort gezeigt wurden, an dem viele Studierende und Passanten unweigerlich vorbeigingen.

Nun, da ich die Bilder eines nach dem anderen hatte vergrössern lassen, war alles soweit,  und ich freute mich, an jenem Donnerstag nach Basel zu fahren und die Stellwände in die richtige Ordnung zu stellen und die Fotographien darauf zu montieren. Die Freude währte aber nicht lange. Denn als ich die gelieferten Stellwände sah, musste ich feststellen, dass sie vor Gebrauch einer Generalreinigung unterzogen werden mussten. Viele dunkle Fingerspuren waren auf den weissen Flächen zu sehen. Unmöglich, die Fotos darauf auszustellen: Sie mussten vorher gewaschen werden. Wie viele waren denn da? Genau 25 Stück, beidseitig machte es 50 Flächen. Ich mache mich also daran, sie zu putzen. Nach und nach bearbeite ich die 125x128cm-flächigen Wände und wasche sie mit Schmierseife. Selbstverständlich muss man sie danach trocken lassen, bevor ich die Fotos darauf montieren kann, das heisst, eine Stunde jede Wand. Die Stunden dieses Tages gleiten wie Sand durch meine Finger. Ich mache den ganzen Tag nichts ausser die grosse Bewegung mit den Armen: Abwischen, zum Trocknen Auslegen. Dabei wird es allmählich dunkel. Zwischendurch höre ich die Stimme einiger Studierenden, die in ein Megaphon redeten. An der Uni Basel sind jetzt Studentenproteste im Gang. Sie besetzen die Aula und sprachen überall im Korridor und im Treppenhaus laut und energisch über die Ereignisse. Ich bin aber mit meinem Ereignis beschäftigt und so vergeht der Donnerstag schnell, ohne dass ich meine Fotos aufhänge. Ich muss nun die Bilder wieder ins Auto packen und nach Zürich zurück, hoffend, dass ich morgen alles würde montieren können.

Voller Enttäuschung von dieser Panne fahre ich zurück, am ganzen Körper müde, und spürte schon den ersten Muskelkater in Nacken und Rücken.

Die Nacht auf Freitag kann ich kaum schlafen: Was, wenn die Anordnung nicht gut für meine gesamte Fotographie ist? Was, wenn ich sie nicht alle auf die Stellwände bringe? Die Texte würde ich erst,  nachdem alles aufgehängt wäre, nummerieren können. Wie mache ich das nur, wenn ich etwas ändern muss? Alle das wollte ich aber erst, nachdem ich die Bilder aufgehängt hätte, vornehmen. Da aber jetzt wegen dieses Putzerei all das nicht möglich war, würde ich das erst morgen machen und muss hoffen, dass alles möglichst problemlos klappt. Die ganze Nacht kann ich kein Auge zudrücken, einerseits wegen der Müdigkeit im ganzen Körper, anderseits wegen der Gedanken über Anordnung und Anbringung der Texte. Schliesslich stehe ich um 4h auf und setze mich an den PC. Die Texte habe ich fertig formatiert und mit richtiger Schrift versehen. Jetzt drucke ich alles aus, damit ich gleich die Etiketten aufkleben kann. Ich klicke auf Drucken – und nochmals: Nichts geschieht. Sogar der Drucker streikt und schläft. Das darf doch nicht wahr sein…. Ich brauche doch die Begleittexte…. Inzwischen ist es 7h, es wird langsam hell. Mein Sohn steht auf und will sich für die Schule vorbereiten. Ich packe schon wieder alle Bilder ins Auto, muss aber warten, bis es 10h wurde, damit ich das letzte Buch, das in der Vitrine ausgestellt werden sollte, in der Buchhandlung abholen kann. Das Buch hatte ich schon vor Wochen bestellt, aber erst letzte Woche ist es angekommen. Ich kann es also heute erst abholen. Die Kaffeemaschine wird an diesem Morgen tüchtig gebraucht, schliesslich muss ich wach genug sein, um diesen schwierigen Tag zu überstehen. Nach einigen Erledigungen mache ich mich auf den Weg nach Basel. Unterwegs muss ich aber einsehen, dass die Buchhandlung nicht um 10h, sondern erst um 11h aufmacht. Also muss ich auf die Ausstellung dieses Buches verzichten. Dann muss ich aber die Texte über die Bücher anpassen. Mein Gott, wo kann ich all das machen, ich werde ja meinen Laptop nicht bei mir haben, weil ich sowieso nicht ausdrucken kann? Ich hoffe, ich bekomme Hilfe beim Orientalischen Seminar in Basel. Die zuständige Person versicherte mir, dass ich ihr Büro brauchen kann. Nun komme ich schon um 11h in einen Verkehrsstau unbekannter Ursache vor Basel. Der Weg, der normalerweise 1 Stunde dauert, verlängert sich um mindesten eine halbe Stunde… warum? Es bleibt keine Zeit, um nach Gründen zu fragen. Ich muss handeln, es sind nur ein paar Stunden bis zur Eröffnung, die zum Glück mit einem Eröffnungsvortrag eines renommierten Exil-Iranern anfangen würde. Erst nach dem Vortrag wird meine Ausstellung eröffnet. Wieder schleppe ich die 50 Fotographien in die Halle, immer nur wenige miteinander, da sie alle zusammen viel zu schwer sind. Kaum angekommen, sehe ich auf den zweiten Blick, dass etwas anders ist. Einige Stellwände sind weg… aber warum? Ich suche den Hauswart. Nach einer Weile stellt sich heraus, dass die protestierenden Studierenden sie für ihre Manifeste mitgeschleppt haben. Klar doch, wenn man Hörsäle ohne Bewilligung besetzt, fragt man auch niemanden, wenn man Stellwände aus der Halle wegtransportiert.

Bei mir hat aber der Countdown zu laufen begonnen, und ich handele immer in Anbetracht dessen, dass es nur noch wenige Stunden bis zur Eröffnung sind. Also bleibt nur noch Improvisation übrig. Nach einer Weile habe ich zusammen mit dem Hauswart die Stellwände doch zurückgestellt. Nun aber ist 13h, und erst jetzt kann ich mit der eigentlichen Arbeit beginnen. Die Fotos können erst jetzt an die Wände montiert werden. Nun, ich darf an nichts anderes denken, nur handeln. Eins nach dem anderen werden die Bilder nach dem ursprünglichem Schema nun geklebt. Ich habe keine Zeit mehr, ein zweites Mal zu überlegen, ob diese Reihenfolge gut ist. Ich klebe einfach die Fotographien. Inzwischen ist es berits 16.30h Ich eile ins Institut in der Hoffnung, an einem fremden PC alle Texte im richtigen Format ausdrucken lassen zu können. Wie diese Momente vorbeigehen, merke ich nicht. Ich rase zurück durch Basel. Wenn ich geblitzt würde, wäre es auch egal gewesen… Zurück im Kollegiengebäude, mache ich mich ans Kleben der Texte. Ich bin noch damit beschäftigt, als die ersten Gäste hereinkommen und mich in völlig erschöpftem Zustand sahen… Lächeln kann ich immer noch, ich sage mit meiner letzten Kraft, so dass ich trotzdem locker wirke, dass die Ausstellung eigentlich erst nach dem Vortrag beginne. Also lasse ich die Besucher nicht durch die Stellwände gehen und versuche so charmant wie möglich, ihnen den Weg zum Hörsaal zu zeigen.

Endlich sind auch die letzten Kärtchen auf den Wänden, ein letzter Blick auf das Ganze: Es mache mir keinen allzu schlechten Eindruck… Ich rase aufs WC und nehme die Tasche mit meinen Kleidern, die für die Vernissage gedacht waren. Mit einigen Bewegungen sind die Jeans mit einem Kick in der Tasche, und Rock und Pumps verbessern mein Aussehen. Ich bete zum Erfinder der Schminkartikel, sie möchten so etwas wie eine Metamorphose an mir bewirken und mein müdes Gesicht hinter Farbe und Creme verdecken. Ich eile die Treppen hoch und trete in den Saal. Der Vortrag hat schon begonnen. Ich setze mich auf den Platz, der schon für mich reserviert war. Als ich mich hinsetze, spürte ich kalten Schweiss auf meinem ganzen Körper. Den ganzen Tag, nein: die ganze Nacht und den ganzen Tag war ich in Bewegung gewesen und durfte mich jetzt endlich ausruhen. Alle hören den sehr spannenden Vortrag, aber ich freue mich einfach, einen Moment lang Ruhe zu haben und sitzen zu können. Diese Stunde geht im Nu vorbei und nun werde ich vorgestellt und muss ans Rednerpult, um die Ausstellung vorzustellen. Vor lauter Erschöpfung bin ich aber sehr ruhig. So ruhig, dass ich die Eröffnungsrede kaum spontaner und besser hätte halten können. Ich rede spontan aus dem Herzen und, sage, wie viel es mir bedeutete, die Geschichte meines Landes mit vielen Höhepunkten, die ich selber hautnah erlebte hatte, als Fotoausstellung zu dokumentieren. Ich höre alle klatschen… ich bin froh: Es ist vorbei. Nachher gehen alle durch die Ausstellung, und ich denke daran, dass dieser Freitag, der 13. November in Kürze vorbei sein werde.

Written by artbookep

November 25, 2009 at 7:48 am

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Marcus Coates, Kunsthalle Zürich

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Marcus Coates, ein britischer Performance-Künstler, inspiriert durch  seine Faszination für die Tierwelt und vor allem für Vögel, versetzt sich  in ihre Welt, um Antworten auf Fragen zu finden, die er sonst  im nüchternen Zustand nicht findet. Auf einem Blatt am Boden des  Saales kann das Publikum aufschreiben, was ihm auf dem Herzen liegt u worauf es keine Antwort hat. Nach  einer aufwendigen Vorbereitungsphase, in der er seine Augen schliesst,  sich über Mikrofon an eine Mischung aus Lärm und unbestimmten Klänge anschliesst und sich emotional anrühren lässt, erhält Marcus Coates durch Anhören der Töne eines ihm bekannten Filmes, der ihn in der Regel in  diese Situation versetzt, die Antworten auf die Fragen in Form einer  Inspiration, einer Intuition. 

 Die Art, inspiriert zu werden und sich gleich im „Jetzt“ und „Da“  in ein anderes Bewusstsein versetzen zu lassen, hat im Orient eine lange Geschichte.  Bevor Musik überhaupt angestimmt wird, besonders in  Sufi-Kreisen, spielen die Musiker ein Stück, das erst auf der Bühne im Zusammenspiel entsteht, ohne jegliche Einleitung. Das Mittel, das sie in diesen Zustand des Schaffens bringt, ist die Musik selbst, der Gesang und das Gottesgedenken,  das, vorgetragen in rhythmischen Sequenzen, die Personen in eine Trance versetzt. Es wird also jedes Mal ein Stück neu geschaffen. Dieser Zustand und dieses Zusammenspiel gelingen nur dann,  wenn alle Mitglieder des Ensembles in diesen Zustand gelangen und, mystisch ausgedrückt, in Entrückung versetzt werden. Noch heute gibt es im Iran einen berühmten Meister, der immer  nur nach diesem Prinzip vorgeht. Der Ablauf, ganz gleich, ob er in der Carnegie-Hall  oder in einem kleinen Kreis spielt, ist immer derselbe: Der Künstler betritt die Bühne, setzt sich hin, und vor dem Publikum blättert er in einem Gedichtband, meistens von Hafiz oder Rumi, und wählt das Gedicht, das ihn in diesem Zustand im „Da“ und „Jetzt“ am meisten anspricht. Dies kann mehrere  Minuten dauern. Erstaunlich ist die Ruhe und die Geduld des Publikums  für diese einzigartige Aufführung.  Dann nimmt er sein Instrument in der Hand, schliesst seine Augen  und fängt an zu spielen. Er, ein Meister über 60, erschafft auf  diese Weise jedes Mal auf der Bühne ein ganz neues Stück, sei es in Begleitung des Ensembles, sei es als Solist. Und jedes Mal entsteht so ein Meisterwerk.  Gleicht das, was Marcus Coates macht, dem nicht sehr?

 

Written by artbookep

November 5, 2009 at 2:07 pm

Sonntäglicher Stadtrundgang mit “Kunstpassanten”

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SV103469Eine andere Art des Stadtrundgangs für Künstler und Kunstinteressierte bildet das Programm „Kunstpassanten, Spaziergänge im öffentlichen Raum in Zürich“.

Das Konzept ist, dass man jeweils durch den Blickwinkel eines Künstlers oder Kunsttheoretikers die Stadt auf einem Spaziergang anders wahrzunehmen versucht und auf die Kunst im öffentlichen Raum in Zürich bewusst aufmerksam wird.

An der „Premiere“ am Sonntag 11. Oktober stand San Keller, der sein eigenes Konzept  der Führung durch die Stadt vertrat. Er ist der Meinung, dass die Teilnehmer genau so viel zu einem Stadtrundgang beitragen können wie ein Fachmann, das heisst, dass er seinen Rundgang von seinen Teilnehmern bestimmen lässt. Somit gestaltet er, indem er die Tour auf eine improvisierte Art veranstaltet – eine Einmaligkeit, wie ein Musiker, der auf der Bühne mit der „Improvisation“ eine einmalige Performance bezweckt.

Treffpunkt mit ihm war unter dem wohl nächsten Kunstwerk am Hauptbahnhof, nämlich unter dem schweren Schatten der Nanna-Figur im Hauptbahnhof. Der Ansturm so vieler Personen machte den Gedanke schier unmöglich, dass man eine solche Idee mit so vielen Teilnehmern überhaupt realisieren kann. Doch einige meldeten sich zu Wort, und auf ging’s zur Max Bill-Plastik an der Bahnhofstrasse.SV103471

Unterwegs merkte jeder von uns Teilnehmenden, dass wir nicht ganz unter uns waren, sondern einige bekannte Gesichter vom Studium mitliefen. Die Masse von 30, 50 oder gar 60 Personen machte sich auf zur ersten Station, die einer von den Teilnehmenden vorstellte. Der angehende Kunsthistoriker wies auf den Künstler, Max Bill, seine Zeit und die russische Avantgarde in Zürich hin. Der zweite Schritt führte uns durch Augustinergasse und Rennweg zum Limmatquai, wo ein begeisterter Teilnehmer den Ort vorstellte, wo ein Kran als „Kunstwerk“ mit eingebautem Meeresgeräusch das Gefühl der Küste suggerieren soll. Es begann eine Interaktion, wo einige spontan ihre Meinungen äusserten. In Zürich zu sein, ohne auf dem Lindenhof gewesen zu sein, wäre eine Sünde. Wir liessen ihn uns denn auch nicht entgehen, und von dort aus weiter zur nächsten Station: Auf Vorschlag einer Dame, die uns mit gutem Grund die neu eingesetzten Fenster von Sigmar Polke im Grossmünster zeigen wollte. Der Höhepunkt war das selbstständige Anschauen der Fenster, die es alleweil verdienten, auf dieser Tour zu sein, da sie offiziell ziemlich kurz darauf eingeweiht würden. Nur die Kandidatin, die dieses Werk vorstellen wollte, litt entweder unter Schüchternheit oder wusste nicht mehr, als dass sie uns dorthin führte.SV103473

Ein interessanter Höhepunkt der Tour war die Führung eines Biologen, der uns durch die Hinterhöfe der Altstadt bzw. des Niederdorfes führte. Er liess uns die Strecke von dort bis zu einem Hinterhof im Kreis 5 ihm folgen. Er führte uns in einen weiteren Hinterhof, der im Gegensatz zum letzten weder mit Pflanzen und Bänken noch wie ein zweiter trist und als Autoparkplatz umfunktionierter Platz war. Vielmehr befand sich in diesem Hinterhof die Ruine eines alten Hauses, die von früher her dort war, die aber an den Wänden bemalt und wir eine Ruine eines wichtigen Baus inmitten dieses nun von weiteren Häusern umgebenen Hofes stand. Seine Absicht kam hier zum Ausdruck, als er die Baugeschichte der Hinterhöfe in der Stadt Zürich ausführlich erzählte und seine Sorge um den Verlust nachbarschaftlicher Treffpunkte anhand eines Hinterhofes aufzeigte.SV103502SV103501

Seine Ausführungen sind bedenkenswert, und sein Appell wurde klar verstanden. Nur waren inzwischen schon drei Stunden vergangen, und ich musste mich hier von der Gruppe verabschieden, da ich eine hungrige Mannschaft zuhause auf mich warten hatte.

Written by artbookep

November 5, 2009 at 12:09 am

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Konzise Beschreibung

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Maria_Temnitschka_galas_09Maria Temnitschka – Unter der Brücke

Galerie Alex Schlesinger

Tödistrasse 48

8002 Zurich

http://www.likeyou.com/en/node/14627

 Unter so vielen verschiedenen Kritiken, die ich seit letzter Woche durchgeblättert (..geklickt) habe, bin ich auf eine kurze, konzentrierte und gehaltvolle Bescheibung einer Ausstellung gestossen, die mir einerseits genügend Informationen gibt, dass ich mir den Inhalt der Ausstellung vorstellen kann, mir anderseits die Spannung darauf, mich auf die Begegnung mit den Kunstwerken einzulassen, nicht nimmt, so dass mir nichts übrig bleibt, als mich auf den Weg zu machen und die Fotographien auszusehen. Dies findet man nämlich selten!

Written by artbookep

October 18, 2009 at 8:58 am

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Operation Supermarket- Fotographien zweier Iranischer Künstler an der Singapur Biennale 2008

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killing peopleWe are all friendsOperation Supermarket 08Families ask whyShoot first make freinds laterSupermarkt Islamische Republik

Seit mehr als drei Jahrzehnten sind die politischen und wirtschaftliche Beziehungen zwischen den USA und Iran zumindest offiziell abgebrochen.

Seit  Bekanntwerden des iranischen Atomprogramms beraten die Länder des Sicherheitsrates darüber, wie der Iran zur Strafe weiter in die politische Isolation gedrängt werden könne. 

Die Folgen der beschlossenen Massnahmen, was auch immer diese sein mögen, werden nicht die verantwortlichen Politiker zu spüren bekommen. Hauptleidtragender der Geschichte wird das gewöhnliche Volk sein, und so erlebt das iranische Volk seit über dreissig Jahren viele Entbehrungen infolge der politischen Konflikte. Abgesehen davon, dass über 60% der eingeführten Waren aus China eingeführt sind, stammen die täglichen Bedarfsgüter im Supermarkt aus heimischer Produktion.

Diese Lage ist dem Künstlerpaar Moshiri und Aliabadi Anlass genug, die bittere Situation in Form von Fotographien darzustellen. Die Fotographien, zu sehen im Online-Magazin Nafas, sprechen für sich.  http://universes-in-universe.org/eng/nafas

Die Fotographie “We are all Americans” zeigt die Zweisamkeit mit dem grossen Feind der Regierung, der aber keineswegs der grosse Feind des Volkes ist. Gerade seit dem Bruch der Beziehungen lebt Amerika in den Herzen des iranischen Volkes dank illegalen Satelliten und Internet weiter. Aliabadi und Moshiris Arbeiten weisen über das Thema der jetzigen Konsumgesellschaft in Iran hinaus und reflektieren das Konsumverhalten allgemein. Werbung wird als Gebot, zu kaufen, verstanden, und dementsprechend reagieren wir denn auch, selbst wenn sich die Botschaft der Marke auf den zweiten Blick als “Shoot First” (“Make Friends Later”) herausstellt.

Diese Fotodokumentation zeigt Höhepunkte der Singapurer Biennale, ohne die Reihenfolge der Fotographien zu dokumentieren, so wie die Künstler sie sich ausgedacht haben. Jedes von ihnen ist dennoch ein einheitliches pars pro toto, so dass sich eine solche Einreihung vielleicht sowieso erübrigt.

Written by artbookep

October 11, 2009 at 8:59 pm

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Jeff Koon über seine Ausstellung in Versailles


Es ist ein kurzer Bericht , verfügbar auf youtube, über die umstrittene Jeff Koon- Ausstellung in Versailles 2008. Es geht hier nicht nur um Objekte selbst, sondern die Übereinstimmung der Objekte Koons mit der Umgebung der Schlosses Versailles. Der Videobeitrag ermöglicht eine ausführlichere Darstellung der Objekte in den Palasträumen, besonders der Oberflächen mit den Lichtreflexionen, die man erst nur beim Sehen eines Bildes wahrnimmt. In diesem Beitrag spricht der Künstler selbst über seine Objekte, die Ehre, überhaupt in Versailles auszustellen zu dürfen, und die Gemeinsamkeiten der beiden Epochen (der heutigen und der Ludwigs XIV.) und der Denkweise der Personen aus zwei verschiedenen Zeitaltern spricht. Dass dieses Projekt viel Protest auf sich gezogen hat, wird hier nicht weiter thematisiert.

Written by artbookep

October 10, 2009 at 6:01 pm

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SV103519forughTeheran, inside out

Aarau- Forum Schlossplatz

ich gehörte der Gruppe an, die am Sonntag den Weg nach Bern gemacht hat, um vor den geschlossenen Türen der Ausstellung “inmitten des Prinzips” zu stehen. Mir war entgangen, dass die Loge sonntags geschlossen ist! Da ich mich an jenem Sonntag doch auf einen Ausstellungsbesuch eingestellt hatte, unterbrach ich die Rückfahrt nach Zürich mit einem  Abstecher nach Aarau,  wo ich die Ausstellung “Teheran: Inside out” besuchte. Als in der Schweiz lebende Iranerin interessiere ich mich natürlich für die Entwicklung der zeitgenössischen Kunst des Iran und bin mit grosser Begeisterung an die Ausstellung gefahren, die in Forum Schlossplatz in Aarau seit dem 12. September angefangen hat.

Absicht dieser Ausstellung bzw. der Künstler aus dem Iran, ist, dass die Weltöffentlichkeit von der wahren Situation in Teheran erfährt, die man etwa durch Medien oder Presse nicht immer mitbekommt.

Neben vielen Fotographien junger Fotographen  und einigen Videoarbeiten bin ich von einer Installation gefesselt, die ich gerne hier beschreiben möchte.

Es handelt sich um eine Installation, die aus einer Videoarbeit besteht, die auf eine Leinwand projiziert wird, die aus mehreren Wäscheleinen besteht, auf denen Papiere statt Wäschestücke hängen. Rund um die Wäscheleine bis ans Ende des Zimmers, wo der Betrachter steht, liegen die Blätter, die teppichartig den Boden bedecken. Erst nachher stellt sich heraus, dass sie das Gedicht beinhalten, das Zeile für Zeile durch den Beamer als Videoarbeit auf die Leinwand projiziert wird.

Es geht um ein letztes Gedicht einer iranischen Dichterin, die viel zu jung aus dem Leben gerissen wird. Das ganze Gedicht ist eine Vorahnung ihres frühen Todes. Sie tut darin kund, wie sie sich in ihrer schwierigen Lage als Frau in einer von Männern dominierten Gesellschaft sieht. Der Titel des Gedichtes ist:

“Lasse uns an den Beginn der klaten Jahreszeit glauben”.

 Sie wird in dieser kalten Jahreszeit mit nur 33 Jahren an einem Autounfall auf verschneiter Strasse sterben.

Das Hauptaugenmerk, die Projektion des Gedichtes, welches Zeile für Zeile auf die von Papieren bedeckte Leinwand geworfen wird, ist ein emotionaler  Transfer der Bedeutung der Wörter und Begriffe vom Beamer auf die Leinwand. Dazu kommt, dass man lediglich die Wörter in arabischer Schrift Wort für Wort oder Zeile für Zeile auf der Wand sieht. Es ist, wie wenn jedes Wort mit seiner eigenen Last der kulturellen Bedeutung mit der gleichen Stärke auf die gegenüberliegende Wand bzw. Papierwäscheleinen prallt.

Die Wörter kommen je nach Bedeutung des Satzes entweder schnell dahingeworfen oder dann langsam und schwermütig… Es gibt Stellen, in der die Dichterin über die Ohnmacht des Lebens für sie als Frau und über ihre Existenz klagt. Diese Sätze kommen ineinander verschlungen daher und vermittlen sogar dem europäischen Betrachter, der sich nichts unter der Bedeutung der Sätze vorstellen kann, das Gefühl von Not, ja Bedrängnis.

Noch nie fühlte ich die Mächtigkeit dieses Gedichts so stark wie jetzt, da es vor meinen Augen tanzend, klopfend, schlagend auf die Leinwand geworden wird. Die Sätze folgen keiner Regel, mal erscheinen sie Satz für Satz, mal als Wörter, die wie geworfen links und rechts auf der Leinwand erscheinen. Man kann sich die Sätze mal als Kombination der Wörter lesen und mal als Sätze, die von unten nach oben schwimmen.

Die Dichterin, Forough Farrokhzad, die in den 50er und 60er- Jahren im Iran den Weg der Dichtung statt den einer Hausfrau wählte, begann einen umstrittenen Weg, der den Frauen Irans noch heute als Vorbild dient. Sie wählte bewusst den Weg der Hingebung des eigenen Talents, nämlich das Schreiben gegenüber der ihr zugedachten Rolle als Hausfrau. Die mit Papieren behängte Wäscheleine ist meiner Meinung nach die Metapher für die Welt der Dichterin. Sie beschäftigte sich eher mit Worten und Papier als mit Kleidern und Wäschewaschen.

Mich faszinierte die Verschmelzung von Literatur und Kunst in einer mir bisher unbekannten Weise.

Written by artbookep

October 5, 2009 at 8:47 pm

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Begrüssung

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Hier ist mein erster Eintrag auf dieser Plattform. Auf dieser versuche ich mit anderen, die an dieser Übung teilnehmen, Berichte über zeitgenössische Kunst multimedial zu veröffentlichen. Dass man nun mit jedem Eintrag ans www angeschlossen ist, wirkt etwas ungewohnt, aber unser Zeitgeist verlangt solche sprünge, und so versuche ich auch meine Gedanken auf diese Weise publik zu machen. Ich bin (hoffentlich) in meinen letzten Semestern am Kunsthistorischen Institut und wollte nicht versäumen, mich an dieser Übung zu beteiligen. Eure, ElikaSV103153

Written by artbookep

September 28, 2009 at 10:33 am

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